Der Verein
Gründungsmitglieder des Vereins um 2005

Dachwiger Heimat- und Museumsverein e.V.

 

Der folgende Überblick stellt die Entwicklung, die Aufgaben und die besonderen Stärken des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins e. V. dar. Er zeigt, wie der Verein das Dorfmuseum betreut, historische Zeugnisse bewahrt, museumspädagogische Angebote gestaltet und die regionale Tradition lebendig hält.

 

 

Idee und Gründung

 

Am 12. Juli 2000 trafen sich interessierte Dachwiger Bürgerinnen und Bürger auf Initiative von Frau Elke Steickardt, um die Bildung eines Heimat- und Museumsvereins vorzubereiten. Frau Steickardt begründete ihren Vorschlag mit dem Anliegen, das seit 1975 bestehende Dorfmuseum der Dachwiger Bevölkerung und allen interessierten Besucherinnen und Besuchern noch eingehender zu vermitteln.

Am 26. Juli 2000 fand die Gründungsversammlung des Vereins statt. 20 interessierte Bürger aus Dachwig waren anwesend und wurden Mitglieder des Vereins. Eine Satzung wurde erarbeitet und von allen Teilnehmern angenommen. Aus den Reihen der Anwesenden wurden Herr Siegmar Heinz, Herr Prof. Dr. Tiedt, Frau Edel Heinz, Frau Helga Reissig und Herr Gerd Steickardt in den Vorstand gewählt. Siegmar Heinz war der erste Vorsitzende. Am 01.01.2001 nahm der eingetragene Verein Dachwiger Heimat- und Museumsverein e. V. seine Arbeit auf.

 

Am 03.01.2001 wurde dem Heimat- und Museumsverein e. V. die Verwaltung des Dorfmuseums per Nutzungsvertrag zwischen der Gemeinde Dachwig und dem Verein übertragen.

 

Der Verein ist seit 2001 ein eingetragener Verein mit Gemeinnützigkeit.                                     

Auf Initiative von Siegmar Heiz wurde 2006 eine Tanzgruppe gegründet. Die Tanzgruppe löste sich 2024 wieder auf. 

 

 

Besonderheiten und Stärken des Dachwiger Dorfmuseums 

 

Das Dorfmuseum Dachwig ist ein Museum zum Anfassen, verfügt über eine originalgetreue Ausstattung und liegt mitten im Ortskern. Die detailgetreue Ausgestaltung der Ausstellungsräume ermöglicht es den Besuchern, Exponate und Mobiliar aus nächster Nähe zu betrachten und zum Teil auch auszuprobieren. Selbst die Durchführung einer Unterrichtsstunde im historischen Klassenraum, wie er vor hundert Jahren in einer Dorfschule existierte, ist möglich. Einige Räume vermitteln den Eindruck, als ob die Hausherren nur mal eben kurz nicht anwesend sind.

 

 

Museumskonzeption 

 

Der Dachwiger Heimat- und Museumsverein e. V. hat sich für seine Tätigkeit im und für das Dorfmuseum folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Vermittlung von Erkenntnissen über das dörfliche Leben anhand von originalen Exponaten und übersichtlich geordnetem Anschauungsmaterial (Schwerpunkt: 19. und beginnendes 20. Jahrhundert), 
  • Förderung eines allgemeinen Verständnisses für die Lebensweise der Dorfbevölkerung im 19. Jahrhundert, 
  • Dokumentation und zeitliche Zuordnung von Sammlungen aus Dachwig und Umgebung, 
  • Erhaltung, Restaurierung und Sanierung des Museumsobjektes, der Exponate und des bäuerlichen Hausgartens

Besonderer Wert wird auf Detailtreue, Originalität und auf lokale und historische Zusammenhänge gelegt. 

Für eine übersichtliche Darstellung wurden die 16 komplett eingerichteten Räume unter verschiedene Thematiken gestellt (z. B. gute Stube, Schlafzimmer, Küche, Vorratskammer, Klassenzimmer sowie Werkstätten verschiedener Handwerksberufe). 

Exponate in Vitrinen, in offenen Schränken, auf Konsolen und in Regalen runden die Darstellungen ab. 

Dabei werden unter Einbeziehung der Bevölkerung verschiedene Bereiche des Landlebens näher beleuchtet. Ein Beispiel dafür ist die Schau zum Handel in Dachwig zwischen 1945 und 1975 aus dem Jahr 2007. Solche thematischen Ausstellungen nehmen zugleich Bezug auf die gesellschaftlichen Verhältnisse des dargestellten Zeitabschnitts und schlagen den Bogen zu anderen Bereichen des dörflichen Lebens.

Gleichzeitig werden aktuelle Bezüge hergestellt, nicht zuletzt mit Blick auf die Lehrpläne der Schulen in der Region. Kinder und Jugendliche aus Dachwig und Umgebung gehören zu den häufigsten Besuchern des Dorfmuseums. 

Generelles Anliegen des Heimat- und Museumsvereins ist und bleibt es, die Sammlungskonzeption und die Sammlungstradition der Gründer fortzuschreiben und das Museum in ihrem Sinne weiterzuentwickeln. 

 

 

Bestand, Erhaltung und Dokumentation der Exponate sowie deren Betreuung 

 

Die fast 50-jährige Geschichte des Dorfmuseums Dachwig ist, wie schon erläutert, untrennbar mit dem Einsatz und der Sammlung des Ehepaares Martin verbunden. 

In 16 Ausstellungsräumen findet der Besucher von landwirtschaftlichen Geräten über Mobiliar und Gebrauchsgegenstände bis hin zu Wäsche und Kleidungsstücken alles, was den Haushalt einer großen dörflichen Familie ausmacht. 

Hinzu kommen Werkzeuge und Produkte verschiedener Handwerkerbranchen, darunter Schmiede, Tischler, Schuhmacher, Stellmacher und Sattler. Besondere Attraktionen sind zwei Lanz-Bulldogs, verschiedene landwirtschaftliche Geräte und eine umfangreiche Schlittensammlung.

Grenzsteine der Region und ein wuchtiger Findling, der als Naturdenkmal eingestuft wurde, runden die Ausstellungsgegenstände ab. 

Zum Fundus des Museums gehören weiterhin umfangreiche Gesteins-, Insekten- und Fossiliensammlungen sowie Zeugnisse aus der Frühzeit und der Besiedlung Dachwigs und seines Umlandes. Ferner Bücher, Dokumente und Fotos aus dem Vereinsleben, der Verwaltung und des Handwerks in Dachwig. 

 

 

Museumspädagogik 

 

Die Mitglieder des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Museumsführungen den Interessen und Bedürfnissen der Besucher anzupassen. So werden spezielle Erläuterungen zu technischen, ökonomischen und technologischen Themen der Landwirtschaft angeboten. 

Großen Anklang finden Führungen mit Familien mehrerer Generationen speziell durch jene Räume, die die Lebensweise im bäuerlichen Haushalt demonstrieren.

Besonders unter den Besuchern aus Dachwig und Umgebung wecken die Exponate häufig persönliche Erinnerungen, weil die Museumsexponate aus dem familiären Umfeld stammen und die ehemaligen Besitzer bekannt sind. Gelegentlich wird dem Verein nach einem Besuch sogar das eine oder andere neue Exponat übergeben.

Der Besuch von Schulklassen wird vom Verein sehr gern gesehen. Die Begeisterung der Kinder für die Museumsräume und die Gegenstände ist deutlich zu spüren. Sehr häufig werden im Vorfeld mit den begleitenden Lehrkräften Absprachen getroffen, um alterstypische Besonderheiten und Interessen sowie lehrplanspezifische Inhalte zu berücksichtigen.

Der Verein bot in der Vergangenheit eine Reihe von Vorführungen an, die nicht nur bei jungen Besuchern auf großes Interesse stießen. Veranschaulicht wurde unter anderem, wie vor hundert bis 150 Jahren Butter hergestellt oder Wäsche gewaschen wurde. Das Erstaunen ist dabei immer sehr groß, wenn bewusst wird, wie viel Zeit notwendig war, um 250 Gramm Butter herzustellen, ein Hemd zu nähen oder Wäsche zu pflegen. Dadurch wird zugleich Achtung vor den Leistungen früherer Generationen geweckt.

Wichtigstes Anliegen des Vereins ist es, die Entwicklung auf dem Dorf in den vergangenen 150 Jahren anschaulich und emotional aufzuzeigen. Dass dies den Vereinsmitgliedern immer besser gelingt, beweisen die unterschiedlichsten Äußerungen der jungen und älteren Besucher.

 

  

 

Qualifizierung der ehrenamtlichen Vereinsmitglieder für die Gestaltung der Museumsräume und für Museumsführungen 

 

Die Vereinsmitglieder werden intern geschult, um die Führungen in einer guten Qualität durchzuführen. Als gutes Hilfsmittel hat sich ein selbstgefertigtes Video bewährt. Auch Erfahrungsaustausche mit anderen Museen werden zur Qualifizierung der Vereinsmitglieder gern genutzt. 

 

 

Öffentlichkeitsarbeit 

 

Der Heimat- und Museumsverein Dachwig ist bestrebt, seine Außenwirkung zielgerichtet zu erweitern, um das Dorfmuseum noch stärker ins Bewusstsein der Menschen am Fuße der Fahner Höhe zu rücken. 

Er konzentriert sich dabei auf folgende Schwerpunkte:  

  • Thematische Ausstellungen, 
  • Veranstaltungen
  • Kontakte zu anderen Organisationen, 
  • Zusammenarbeit mit den Schulen der Region. 

 

 

Traditionspflege im Dachwiger Heimat- und Museumsverein 

 

Fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins sind jährlich stattfindende Veranstaltungen: 

  • das Frühlingsfest jeweils rund um den 1. Mai, 
  • das Sommerfest,
  • das Sauerkrautfest, bei dem Sauerkraut nach alten Rezepten und in alter Tradition hergestellt wird und von den Besuchern gekauft werden kann,
  • das Adventsingen, zu dem immer viele Besucher kamen.

Darüber hinaus nutzen in wachsendem Maße Menschen (nicht nur aus der Region) die Gelegenheit, sich die Ausstellungen im Dorfmuseum anzusehen. 

 

 

Partner des Dorfmuseums und des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins e.V.

 

Die Mitglieder des Dachwiger Heimat- und Museumsvereins e.V. pflegen vielseitige Kontakte zu Bürgern in Dachwig und der näheren Umgebung. Dadurch kamen in den vergangenen Jahren zahlreiche Schenkungen, Dauerleihgaben und Leihgaben zustande, die den Ausstellungsbestand des Dorfmuseums nicht unwesentlich erweiterten. 

So wurden dem Verein zum Beispiel zwei Lanz - Bulldogs als Leihgabe zur Verfügung gestellt, die sich bis zum Jahr 2003 in einer alten Scheune selbst überlassen waren. Mitarbeiter einer Dachwiger Firma und Mitglieder des Vereins brachten sie wieder auf Vordermann und führen sie seitdem zu der einen oder anderen Veranstaltung vor. Leider war es aus finanziellen Gründen nicht möglich, die beiden Traktoren käuflich zu erwerben. 

Ortsansässige Handwerksbetriebe und Unternehmen unterstützten und unterstützen den Heimat- und Museumsverein Dachwig teils mit erheblichen Sachleistungen.  

 

 

 

Zusammenarbeit mit der lokalen Presse und dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)

 

Das Amtsblatt der Region, der “Fahner Höhe Kurier”, veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Beiträge über Zeitabschnitte der Ortsgeschichte. 

Die Aktivitäten und Veranstaltungen des Heimat- und Museumsvereins werden darüber hinaus in den Lokalausgaben der Tageszeitungen Thüringer Allgemeine und Thüringische Landeszeitung angekündigt und zum Teil auch redaktionell aufbereitet. 

Die detailgetreue und lebensnahe Einrichtung der Wohn- und Arbeitsräume im Dorfmuseum nutzte das Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks (mdr) wiederholt als Filmkulisse. 

Vereinsmitglieder in Tracht

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